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Sag es uns: Wie steht es um dein Bildungsgeld?
Egal ob das Geld von Eltern, BAföG und/oder Nebenjobs kommt - die meisten Studentinnen und Studenten leben ebenso wie Auszubildende und Schülerinnen und Schüler unter der Armutsgrenze von 763 Euro im Monat. Und dann noch Studiengebühren?
Wir wollen mit Euch öffentlich machen, wie es um die tatsächliche Einkommenssituation von Studierenden an sächsischen Hochschulen steht. Welche alltäglichen Ungerechtigkeiten erfährst Du, wenn es um BAföG, Geld von den Eltern oder Nebenjobs geht? Wie viel Geld brauchst Du zum Leben und wie viel bekommst Du? Wie steht es um dein Bildungsgeld?
Studieren statt kassieren

GRÜNE Ideen für eine gerechte und intelligente Bildungsfinanzierung
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2012 - Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
Landtagsfraktion . Wir sind Klima . Hochschulreform . Mobilität . Landesverband . weiterdenken . DAKS



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ich studiere an der TU Dresden und bekomme kein Bafög. Meinen Lebensunterhalt bestreite ich seit 2,5 Jahren durch Nebenjobs. Derzeit stehen mir ca. 400€ zur Verfügung, von denen ich Miete, Krankenkasse und alles andere bezahlen muss. Das beunruhigende an dieser Situation ist, das man praktisch jederzeit aus den Arbeitsverhältnissen "entlassen" werden kann und einem dann keine Absicherung zur Verfügung steht. Vor zwei Monaten kam dann auch ein Brief von der Krankenkasse, die die Beiträge für Studierende angehoben hat, weil der Bafög Satz wohl angehoben wurde. Ein Hohn wenn man selbst kein Bafög bekommt.
Ich lebe wahrscheinlich weit unter der Armutsgrenze und wenn es mit den Nebenjobs gerade mal nicht so gut läuft bin ich auf die Hilfe von guten Freunden oder Eltern angewiesen. Ich frage mich warum allen Deutschen Hilfen zum Lebensunterhalt zur Verfügung stehen nur Studenten nicht.
ich bin Studentin an der Kunsthochschule in Dresden. Dies ist mein Zweitstudium, ich habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Angewandter Kunst / Holzgestaltung.
Daher bekomme ich keine staatliche Unterstützung mehr (BAföG u.ä.) und muss mit einem Studentenjob alles finanzieren. Für Miete und Nebenkosten brauche ich ca. 200,- €. Was mir aber richtig große Schwierigkeiten bereitet, ist der Krankenkassenbeittrag. In meiner Situation werde ich als "freiwillig versicherter Student" eingestuft und da gibt es ein angenommenes Einkommen von 830,-€ und ich zahle monatlich 131,72 €.
Darunter werden keine weiteren Abstufungen gemacht. Es gibt in Dresden aber keine gut bezahlten Studentenjobs, der Durchschnitt liegt bei 400,-€ was man im Monat verdienen kann. Damit kann ich gerade Miete und Krankenkasse abdecken, aber nichts weiter. Kein Essen, keine Kleidung, keine sonstigen Ausgaben und von Material, das ich für mein Studium brauche, hab ich da noch nicht mal geträumt.
Ich habe Monate gebraucht, um einen Studentenjob zu finden, der halbwegs machbar ist (Zeit, Einnahmen) und darüber einen Schuldenberg bei der Krankenkasse angehäuft. Ich war dort, habe mit den Mitarbeitern geredet, ihnen meine Situation geschildert - der einzige Eindruck von ihnen war, sich im Sessel zurückzulehnen, die Arme zu verschränken und mit den Schultern zu zucken "Ist nicht unser Problem".
Mittlerweile ist mein Leistungsanspruch gekürzt, das heißt ich kann nur noch bei Schwangerschaft und akuten Notfällen zum Arzt, alles andere müßte ich selbst bezahlen. Die ausstehenden Beträge werden mittlerweile vom Hauptzollamt eingefordert, mit Androhung von Zwangsvollstreckung undsoweiter.
Diese Entwicklung finde ich als jemand, der bisher immer mit dem Bewußtsein aufgewachsen ist, zu den "Gewinnern" zu gehören (Gymnasium, Abitur, Berufsausbildung mit Auszeichnung, Studium...), sehr bestürzend. Das Verhalten der Krankenkasse empfinde ich als kriminalisierend, zusätzlich erschwerend und meine Situation massiv schlecher machend als es so schon ist. Ich bin davon überzeugt, dass die Mitarbeiter der Krankenkasse einen Handlungsspielraum haben, gerade weil ich immer kooperativ war, mit ihnen geredet habe; sie müssen sich nicht stur stellen. Es wäre sicher ein anderer, miteinander zusammenarbeitender und für mich sehr viel weniger katastrophaler Weg möglich gewesen.
In diesen Bedingungen gute Studienleistungen zu erbringen fällt mir sehr schwer.
Zahlen wie 763,-€ oder die angenommenen 830,-€ der Krankenkasse sind für mich total utopisch. Ich wäre der glücklichste Mensch der Welt, wenn ich 763,-€ zur Verfügung hätte. 830,-€ würden meine Lebensumstände in ein anderes Universum katapultieren.
Diese völlig an der Realität vorbeigehenden Zahlen und Verhaltensweisen der Krankenkassen sind momentan das, was mich und mein Studium am schlimmsten bedroht und was ich am meisten kritisiere. Ich komme mir vor wie in einem Gegeneinander, nicht wie in einem Miteinander.
das derzeitige Bafög ist kompliziert, gerade für "Sonderfälle" wie Dich. Deshalb wollen wir ein Bildungsgeld einführen, dass Dir für deine Zweitausbildung den notwendigen armutsfesten Lebensunterhalt garantiert - also derzeit mindestens 743 Euro.
Bevor es soweit ist, musst Du Dich erst mal mit dem derzeitigen Bafög "rumschlagen". Hier unsere Einschätzung: die Ausbildung kannst Du erstmal ganz unabhängig von der Frage des Lebensunterhaltes beginnen. Laut Bafög ist eine Zweitausbildung unter Angabe besonderer Gründe förderungsfähig (siehe: http://www.das-neue-bafoeg.de/de/222.php). Wenn das der Fall ist, bist Du dafür förderfähig, wenn Du einen eigenen Haushalt führst. Ganz ausführlich informieren kannst Du dich unter: http://www.das-neue-bafoeg.de/
Diese Auskunft ist natürlich keine Garantie und offizielle Beratung, also geh auf jeden Fall zur offiziellen Bafög-Beratung bei der Stadt Leipzig: http://www.leipzig.de/de/buerger/bildung/schulfuehrer/unterstuetzung/bafoeg/
Viele Grüße
Tobias